Online-Journalisten revolutionieren die Medienlandschaft

von Wilfried J. Klein • 18. April 2011 • gespeichert unter: Online-Journalismus
Arbeitsmittel von Online-Journalisten (Foto: wjk)

Arbeitsmittel von Online-Journalisten (Foto: wjk)

Ganz einfach haben die rund 10.000 Online-Journalisten in Deutschland nicht. Sie werden auch nach mehr als 10 Jahren Existenz immer noch ein wenig als Exoten betrachtet. In vielen Fällen stossen die Internet- oder Netz-Journalisten auf fragende Blicke, wenn sie die Besonderheiten ihres Berufsbildes aufzeigen.

“Die hängen doch nur zu Hause vor ihren Monitoren ab”, so die vielfache Meinung von Zeitgenossen. Andere beschimpfen Online-Journalisten gar als “Blogger”.  Auch Verwechselungen mit “Bürgerreportern” machen deutlich, wieviel Aufklärungsbedarf hier noch besteht.

Das Statistische Bundesamt verzeichnet mittlerweile über 5 Millionen Beschäftigte, die ganz oder teilweise von zu Hause aus arbeiten. Doch wie wird die “Heimarbeit” entlohnt? Welche Unterschiede gibt es zwischen festangestellten Redakteuren mit einem fixen Zeitkorsett (festen Arbeitszeiten ) sowie Anwesenheitspflicht und den freien Journalisten, die sich an verschiedenen Auftraggebern orientieren müssen. Freie Journalisten tragen volles unternehmerisches Risiko. Sie erkaufen sich ein Stückchen Freiheit in der Berufsausübung meist mit hohem Zeitaufwand oder nehmen deutliche Einkommens-Defizite in Kauf.Die “Geiz-ist-geil”-Gesellschaft geht immer noch davon aus, im Internet kostenlose Angebote zu erhalten. Bezahlangebote sind noch sehr selten und nur mit Werbung (Bannerschaltung) läßt sich der Lebensunterhalt kaum bestreiten. Zum anderen werden Online-Journalisten bei Recherchen Steine in den Weg gelegt, wenn etwa ein Presseausweis (Voraussetzung ist die Mitgliedschaft in entsprechenden Berufsverbänden wie DJV oder DJU) oder der Nachweis journalistischer Tätigkeit für Printmedien fehlt. Man darf gespannt sein, ob neue Gruppierungen bei den Verbänden wie z.B. Freischreiber oder istlokal neue Impulse etwa beim Lokaljournalismus geben werden.

Bei stetig wachsender Informationsflut im Internet ist es natürlich wichtig, qualitativ hochwertigen Inhalt zu publizieren und ihn multimediagerecht umzusetzen. Besondere Aufmerksamkeit müssen Online-Journalisten den Podcast-Formaten (Audio und Video) schenken, anstatt nur Bleiwüsten (reine Textinhalte) ins Netz zu stellen.

Während die Schreiberlinge früher sogar ihre Internetseiten selbst erstellten, helfen heute Open-Source-Lösungen bei der Seitenpflege. Durch die schnelle Verbreitung mobiler Endgeräte werden aber auch hier die Karten neugemischt und die Anforderungen an die Online-Journalisten neu definiert.

Die Medienlandschaft braucht neue Geschäftsmodelle und Online-Journalisten, die nicht auf die Lösungen der Verlage warten.

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